Schaeffler: Weniger Steuergeräte, mehr Software

Schaeffler Automotive Symposium präsentiert Innovationen und Technologien

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG (rechts), zusammen mit Matthias Zink, Vorstand Powertrain & Chassis auf der Pressekonferenz zur Eröffnung des Schaeffler Automotive Symposiums 2026. (© Schaeffler)

Schaeffler hat im Rahmen seines 13. Automotive Symposiums neue Technologien und Produktlösungen für die zukünftige Mobilität vorgestellt. Unter dem Motto „Beyond Driving. Innovation made by Schaeffler.“ präsentierte das Unternehmen vom 15. bis 17. Juni 2026 sein erweitertes Portfolio erstmals im neuen Projekt- und Technologiezentrum am Standort Bühl, dem Hauptsitz der Sparte Powertrain & Chassis. Die Veranstaltung brachte nach Angaben der Firma mehr als 300 Kunden mit Experten aus Entwicklung und Technologie zusammen.

Im Fokus stand ein umfassendes Produktportfolio mit über 320 Lösungen aus den vier Technologiefeldern Vehicle Control, Chassis & Body, Powertrain und Energy Management. „Als Motion Technology Company präsentieren wir auf dieser Veranstaltung erstmals nach der erfolgreichen Integration von Vitesco Technologies unsere erweiterten Kompetenzen und das komplementäre Produktportfolio, das unsere Stärken in Mechanik und Mechatronik mit neuer Expertise in Elektronik und Sensorik verbindet“, sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG. Bis 2035 will Schaeffler zehn Prozent seines Umsatzes aber auch in neuen Sektoren wie etwa Defence und Robotik erzielen. Das Kerngeschäft der Schaeffler Gruppe bleibt dabei unverzichtbarer Bestandteil.


„Neben neuen Wachstumsfeldern ist das Automotive-Geschäft zentral für Schaeffler, wir glauben zugleich an Europa, weil viele unserer Innovationen hier entstehen und weil Europa für unsere wichtigsten Kunden weiterhin ein Kernmarkt ist“, sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG in Bühl.


Vor dem Hintergrund der zunehmenden Vernetzung, Elektrifizierung und Automatisierung von Fahrzeugen rückt Schaeffler integrierte, softwaredefinierte Systemarchitekturen in den Fokus. Ziel ist es, Fahrzeugfunktionen nicht länger isoliert, sondern als vernetzte Gesamtsysteme zu entwickeln und bereitzustellen. Das Unternehmen sieht darin einen zentralen Hebel für die Umsetzung sogenannter Software Defined Vehicles (SDV).

Im Cluster Vehicle Control zeigt Schaeffler sein Portfolio für übergreifende Fahrzeugsysteme, das Sensorik, Aktuatorik, Bordnetze, Antriebssysteme sowie Steuergeräte- und Zonenarchitekturen umfasst. Ergänzt wird dies durch Edge-ECUs und Hochleistungsrechner (HPC), die als zentrale Elemente künftiger E/E-Architekturen fungieren. Ein wesentlicher Entwicklungsfokus liegt auf der Reduktion der Steuergerätevielfalt sowie der Vereinfachung von Hardwarestrukturen über Fahrzeuggenerationen hinweg.


Die „HPC Motion“ von Schaeffler ist eine zentrale und domänenübergreifende Funktionsintegrationsplattform für software-definierte Fahrzeugarchitekturen wie zum Beispiel Thermo- und Energiemanagement, Ladestrategie oder Steer-by-Wire-Systeme. (Foto: Schaeffler) 


Für zukünftige Bordnetzarchitekturen setzt Schaeffler auf zentralisierte E/E-Strukturen mit Multi-Domain-Controllern sowie auf Ethernet-basierte Kommunikationssysteme, die unter anderem durch das Remote Control Protocol (RCP) ergänzt werden. Ziel ist eine höhere Effizienz durch Softwarezentralisierung bei gleichzeitig sinkender Systemkomplexität und reduzierten Kosten. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen skalierbare Bordnetzlösungen auf 48-Volt-Basis sowie sicherheitskritische Systeme wie Steer-by-Wire-Architekturen.


Hybrid-Topologien wie Plug-in- und Mild-Hybride sowie Range-Extender bieten enormes Innovationspotenzial. (Foto: Schaeffler)


Mit seinem dedizierten Hybridgetriebe für Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge bietet Schaeffler eine skalierbare Plattform für unterschiedliche Hybridarchitekturen. Die hochintegrierte Systemlösung vereint zentrale Komponenten, Subsysteme sowie die zugehörigen Software- und Regelungsfunktionen aus einer Hand. Auf dieser technologischen Basis entwickelt das Unternehmen zudem ganzheitliche Range-Extender-Konzepte zur Erweiterung der elektrischen Reichweite. (oe)