Die Entwicklung moderner Fahrerassistenzsysteme steht vor einem Dilemma: Mit der steigenden Komplexität von ADAS und softwaredefinierten Fahrzeugen wachsen auch Aufwand und Kosten für reale Testfahrten. Der Anwenderbericht von MathWorks zeigt am Beispiel von Toyota, wie sich dieser Engpass durch eine konsequente Virtualisierung des Entwicklungsprozesses überwinden lässt
Im Mittelpunkt steht Toyotas ADAS Real Car Simulator (ADAS-RCS), eine Vehicle-in-the-Loop-Plattform, die reale Fahrzeuge mit virtuellen Testumgebungen verbindet. Mithilfe von MATLAB und RoadRunner erzeugen die Ingenieure realitätsnahe 3D-Straßenszenarien aus Kartendaten und können damit komplexe Fahrsituationen reproduzierbar testen – von kurvenreichen Bergstraßen bis zu verdeckten Sichtbereichen. Der Anwenderbericht erklärt den Workflow, der die automatisierte Datenaufbereitung, die Konvertierung nach OpenDRIVE sowie die Erstellung und Verifikation virtueller Fahrszenarien nahtlos miteinander verbindet.
Der Praxisbericht macht zugleich deutlich, dass die eigentliche Innovation weniger in der Visualisierung als in der Skalierbarkeit liegt. Perspektivisch rechnet Toyota damit, den Aufwand für reale Testfahrten um rund 70 Prozent zu reduzieren.
Die spannendste Entwicklung steht jedoch noch bevor: Toyota arbeitet bereits daran, Punktwolkendaten per KI automatisch in digitale Szenen zu überführen und realen Verkehrsfluss in die Simulation zu integrieren. Gelingt dieser Schritt, könnte sich die virtuelle Fahrzeugabsicherung grundlegend verändern. (oe)
Zum Artikel (pdf)
