Wer beim Open House Germany 2026 von IPG Automotive in Karlsruhe dabei war, bekam einen recht klaren Eindruck davon, wohin sich die Fahrzeugentwicklung aktuell bewegt. Rund 350 Teilnehmer kamen Mitte März in die Gartenhalle des Kongresszentrums, um über Teststrategien, Simulation und die Rolle virtueller Methoden zu diskutieren
Schon in den ersten Vorträgen wurde deutlich, dass klassische Entwicklungsansätze zunehmend an Grenzen stoßen. Die Kombination aus wachsender Softwarekomplexität, vernetzten Funktionen und kürzeren Entwicklungszyklen zwingt viele Unternehmen dazu, ihre Prozesse grundlegend zu überdenken. Virtuelle Entwicklung ist dabei kein ergänzendes Werkzeug mehr, sondern wird zunehmend zur Voraussetzung.
In seiner Eröffnung betonte IPG Automotive-CEO Steffen Schmidt die Bedeutung durchgängiger digitaler Entwicklungsprozesse für Effizienz und Systemsicherheit. Virtuelle Absicherung sei ein zentraler Baustein, um Entwicklungszyklen zu verkürzen und gleichzeitig die Komplexität beherrschbar zu halten.
Diese Einschätzung zog sich auch durch die Keynote von Christopher Wiegand von der HOLON GmbH. Er verwies auf die wachsende Bedeutung simulationsbasierter Verfahren für die Homologation automatisierter Fahrfunktionen. Insbesondere mit Blick auf komplexe Einsatzbereiche und sich dynamisch verändernde Software werde die Absicherung zunehmend in virtuelle Umgebungen verlagert.
Im weiteren Verlauf präsentierten Fachreferenten Ansätze zur Integration von Testmethoden in durchgängige Toolketten. Themen waren unter anderem die Validierung von Fahrerassistenz- und automatisierten Fahrfunktionen sowie der Einsatz von X-in-the-Loop-Verfahren. Dabei wurde deutlich, dass konsistente Daten und skalierbare Szenarien eine zentrale Rolle für reproduzierbare Ergebnisse spielen.
Begleitend zur Konferenz stellten mehr als 25 Unternehmen in einer Ausstellung ihre Lösungen vor, darunter Systeme für Simulation, Sensorik und Testinfrastruktur.
Unterm Strich hinterließ die Veranstaltung den Eindruck, dass die Branche mitten in einer Umstellung steckt, und zwar weg von punktuellen Tests hin zu durchgängigen, datengetriebenen Entwicklungsprozessen. (oe)
