Applikationsbericht: Wie Stellantis Entwicklung und Validierung mit VEW virtualisiert

Lesezeit: 11 min.; Gesamtbewertung: ++++o; Technische Tiefe: Skilled; Zugang: frei; Sprache: dt. und engl.

Drei zentrale Technologieplattformen bilden die Grundlage für die Software-Transformation bei Stellantis. (© Stellantis)

Der Beitrag beschreibt, wie Stellantis gemeinsam mit dSPACE eine Virtual Engineering Workbench (VEW) für die Entwicklung und Validierung softwaredefinierter Fahrzeugfunktionen einsetzt. Im Mittelpunkt steht die Verlagerung von Test- und Integrationsaktivitäten in virtuelle Umgebungen, um Software bereits vor Verfügbarkeit der Serienhardware überprüfen zu können. VEW steht dabei nicht nur für Effizienz und Qualität, sondern auch für einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Fahrzeuge entwickelt, getestet und kontinuierlich verbessert werden.

Die gemeinsam mit dSPACE aufgebaute Umgebung kombiniert Software-in-the-Loop (SIL) und Hardware-in-the-Loop (HIL). Zum Einsatz kommen dabei die dSPACE Tools VEOS für SIL-Simulationen und SCALEXIO für HIL-Tests. Virtuelle ECUs können bereits getestet werden, bevor die entsprechende Serienhardware verfügbar ist. Tests und Testartefakte lassen sich zwischen SIL und HIL wiederverwenden. Der Beitrag stellt zudem konkrete Ergebnisse aus dem praktischen Einsatz vor: Nach Angaben von Stellantis werden derzeit rund 4.500 SIL-Testfälle pro Nacht automatisiert ausgeführt; weitere 1.000 Testfälle werden am Wochenende auf der HIL-Plattform validiert. In der produktiven Nutzung werden 86 Prozent der Softwarefehler bereits im SIL-Test erkannt. Zudem werden 80 Prozent der Systemintegrationstests per SIL durchgeführt. VEW unterstützt damit insbesondere die Validierung der Plattformen STLA Brain, STLA SmartCockpit und STLA AutoDrive und soll den Übergang zu softwarezentrierten Fahrzeugarchitekturen unterstützen. (oe)

Zum Beitrag