Der Fachartikel von IPG Automotive behandelt die Entwicklung und Absicherung von Steer-by-Wire-Systemen (SbW) und stellt dafür einen neuen Validierungsansatz vor. Ausgangspunkt ist die grundlegende Veränderung der Lenkarchitektur: Durch den Wegfall der mechanischen Verbindung zwischen Lenkrad und Achse entstehen neue Freiheitsgrade, gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Sicherheit, Redundanz und Systemverhalten erheblich.
Im Zentrum des 6-seitigen Beitrags, der in dem Fachmagazin ATZ erschienen ist, steht ein sogenannter SBW-in-the-Loop-Prüfstand, der reale Hardwarekomponenten – insbesondere Lenkaktuatoren und Steuergeräte – mit einer virtuellen Fahrzeugumgebung kombiniert. Diese wird mithilfe von Simulationssoftware abgebildet. Der Ansatz ermöglicht es, Entwicklungs- und Validierungsprozesse frühzeitig in den Laborbereich zu verlagern und reale Fahrzustände reproduzierbar nachzustellen.
Der Artikel beschreibt, wie sich damit zentrale Eigenschaften von SbW-Systemen untersuchen lassen, insbesondere das Lenkgefühl, die Systemreaktion sowie sicherheitskritische Funktionen wie Fail-Operational- und Fail-Safe-Strategien. Gleichzeitig erlaubt die Kopplung von realen und virtuellen Komponenten eine skalierbare Testabdeckung über verschiedene Fahrzeugkonfigurationen hinweg.
Ein weiterer Schwerpunkt des Artikels liegt auf der Beschreibung der Integration in durchgängige Entwicklungsprozesse: Der Prüfstand unterstützt sowohl frühe Funktionsentwicklung als auch spätere Validierungs- und Freigabeschritte. (oe)
