Projekt zum autonomen Fahren zieht nach drei Jahren Bilanz

Das HM-Team mit dem Versuchsfahrzeug AVA bei der Abschlussveranstaltung von STADT:up an der Automobilteststrecke in Aldenhoven © HM

Die Hochschule München (HM) hat anlässlich des Abschlusses des Projekts STADT:up drei Demonstratoren vorgestellt, die Schlüsseltechnologien für die KI-basierte Erkennung von Fußgängern und Radfahrern enthalten, die in das Projekt eingeflossen sind.

  • Das Versuchsfahrzeug AVA erkennt nicht nur, wo sich ein Fußgänger befindet, sondern auch, wohin er als Nächstes gehen wird. Mit Kameras, LiDAR und leistungsstarker Rechenhardware ausgerüstet, verarbeitet das System komplexe Verkehrssituationen in Echtzeit. Das Ergebnis ist ein Fahrstil, der frühzeitig reagiert, bevor kritische Situationen entstehen.
  • Die HM hat eine VR-basierte Simulationsumgebung entwickelt, mit der sich testen lässt, wie ein autonomes Fahrzeug auf ein plötzlich auftauchendes Kind reagiert. Per Motion Capture und Spracheingaben steuern Testpersonen virtuelle Fußgänger im Fahrsimulator CARLA – hochrealistisch und ohne jedes Sicherheitsrisiko.
  • Das FUSE-Bike liefert genau die Verkehrsperspektive, die autonomen Fahrzeugen bislang fehlt. Mit 360°-LiDAR, Kameras und GPS fungiert das E-Bike einerseits als intelligenter Datensammler direkt aus dem Sattel. Andererseits dient es der kooperativen Perzeption: Indem es seine Live-Daten mit Autos teilt, können diese sprichwörtlich um die Ecke schauen und die Absichten anderer Verkehrsteilnehmer vorhersehen, noch bevor sie selbst Sichtkontakt haben.

In dem auf dreieinhalb Jahre ausgelegten Verbundprojekt arbeiteten von Januar 2023 bis Juni 2026 20 Partner aus Industrie und Wissenschaft daran, Fahrzeuge vollständig autonom durch den Stadtverkehr zu steuern.

Prof. Dr. Fabian Flohr, HM-Professor für Maschinelles Lernen und Autonome Systeme, sagt: „Stadtverkehr ist das Härteste, was man einem autonomen Fahrzeug zumuten kann. STADT:up hat gezeigt: KI-basierte Systeme sind dieser Komplexität heute schon gewachsen – wenn man die richtigen Daten hat und die richtigen Fragen stellt. An der HM bringen wir der KI bei, das urbane Chaos durch die Augen von Fußgängern und Radfahrern zu lesen. So können autonome Fahrzeuge vorausdenken und machen das Unvorhersehbare berechenbar.“

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