Hyundai gewährt Einblicke in neuen Fahrsimulator

Der neue Fahrsimulator im Forschungs- und Entwicklungszentrum (F&E) von Hyundai Motor und Kia in Namyang, Südkorea. © Hyundai

Am 1. Juli gewährte Hyundai Motor einem breiteren Publikum erstmals Zugang zu seinem neuen Fahrsimulator im R&D-Center Namyang im südkoreanischen Hwaseong.

Herzstück ist ein DIL-Fahrsimulator Delta S3 von Ansible Motion.

Zu den Merkmalen des Simulators gehören:

  • 270-Grad-gebogenes Display: Neun 4K-Projektoren mit einer Bildwiederholfrequenz von 240 Hz sorgen für flüssige, hochauflösende Bilder.
  • Bewegungssystem mit sechs Freiheitsgraden (6DOF): Kombiniert lineare Bewegungen (vorwärts/rückwärts, links/rechts, auf/ab) mit Drehbewegungen (Roll-, Nick- und Gierbewegung), um eine authentische Fahrdynamik zu erzeugen.
  • Fortschrittliches Bewegungsfeedback: Erzeugt Mikrovibrationen bis zu 40 Hz, die für den Menschen nicht wahrnehmbar sind, aber entscheidend für die Validierung der Fahrwerks- und Reifenleistung sind.
  • Cockpit aus Kohlefaser in Leichtbauweise mit serienidentischem Lenkrad, Sitzen, Pedalen und Verkleidung für ein authentisches Fahrgefühl.
  • Terrain-Server-Technologie: Eine weltweit einzigartige Innovation, die hochauflösende Straßendaten in Echtzeit streamt und so die nahtlose Simulation von Dutzenden Kilometern Straße ohne Leistungseinbußen ermöglicht.

Um dieses Maß an sensorischem Realismus zu erreichen, war ein außergewöhnlicher Aufwand bei der Kartierung erforderlich. Die Ingenieure der Gruppe scannten das Testgelände in Namyang in 1-mm-Schritten und erfassten dabei jedes Detail der Straßenoberfläche, wie etwa die Asphaltstruktur, Unebenheiten, Gefälleunterschiede und Entwässerungsmerkmale. Anschließend wurden diese Daten in eine detaillierte und genaue 1:1-Nachbildung der realen Strecke umgewandelt.

Der Bau des Simulators war mit zahlreichen technischen Herausforderungen verbunden. Die Entwicklung der Anlage dauerte etwa zehn Monate, vom ersten Bau im April 2025 bis zur endgültigen Fertigstellung.

Die größte Herausforderung bestand darin, die enorme Datenmenge zu bewältigen. Herkömmliche Ansätze hätten das gleichzeitige Laden von Dutzenden Kilometern Straßendaten erfordert, was die Rechenkapazität des Simulators überfordert hätte.

Die Gruppe löste dieses Problem durch den „Terrain Server“. Dabei handelt es sich um eine weltweit erstmals eingesetzte firmeneigene Technologie, die nur die für die aktuelle Position des Fahrzeugs benötigten Straßendaten aus der unmittelbaren Umgebung streamt. Dies gewährleistet eine flüssige, verzögerungsfreie Simulation, selbst bei ultrahochauflösender Darstellung. Da nur die für die unmittelbare Position des Fahrzeugs erforderlichen Straßendaten geladen werden, kann das System die Geländedaten in deutlich weniger als einer Sekunde aktualisieren. Somit ist trotz der enormen Datenmenge ein nahtloser Betrieb möglich.

Dank der hohen Performance des Fahrsimulators eignet er sich für die Entwicklung von Serienfahrzeugen und Hochleistungsmodellen wie dem Genesis Magma, den Hyundai N-Performance-Fahrzeugen und sogar Rennwagen, die sich auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt, dem Nürburgring, behaupten müssen.

Der Simulator unterstützt bereits Validierungsmaßnahmen in zahlreichen Fahrzeug- und Systementwicklungsprogrammen. Seine Rolle wird voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen, während Hyundai Motor und Kia ihre digitale Transformation im Bereich Forschung und Entwicklung fortsetzen.

Mit Blick auf die Zukunft untersuchen Hyundai Motor und Kia, wie Fahrsimulationsumgebungen die Entwicklung des autonomen Fahrens, die KI-basierte Validierung und die Anwendung von „Physical AI“ unterstützen können. Dazu kombinieren sie Fahrzeugdynamikmodelle mit immer ausgefeilteren virtuellen Umgebungen.

Derzeit durchlaufen verschiedene Fahrzeugtypen die Validierung und der Konzern rechnet mit einer verstärkten Nutzung der Simulatoren, da die parallele Fahrzeugentwicklung zunimmt. (jr)

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