Video: Einblicke in das Batteriezellen-Startup Litona

Dauer: 23:37 min.; Gesamtbewertung: +++++; Technische Tiefe: Rookie; Zugang: frei; Sprache: deutsch

Die Produktion der Testzellen erfolgt manuell im Labor im Ulm. Der Screenshot zeigt den Moment, in dem der Separator in das Knopfzellengehäuse eingebracht wird. © Litona

Litona, eine Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), positioniert seine Natrium-Ionen-Batterietechnik mit Kathodenmaterial auf Basis von Preußisch Weiß unter anderem als leistungsfähige und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen 12-V-Autobatterien. „Das erklärt Tim Bötticher, Mitgründer des deutschen Batteriezellen-Start-ups, im Video „WIR SIND GERETTET!? So bauen wir JETZT unsere Natrium-Akkus!“.

Das Herzstück der Litona-Technik ist das Kathodenmaterial Preußisch Weiß. Ein technischer Durchbruch, den das Video präsentiert, ist der Übergang zu einer wässrigen Beschichtung der Elektroden. Während die Industrie oft auf das giftige und teure Lösungsmittel NMP sowie Ewigkeitschemikalien (PFAS) für den Elektroden-Slurry setzt, nutzt Litona Wasser als Lösungsmittel. Dies ist nicht nur umweltfreundlicher und günstiger, sondern reduziert auch den Energieeinsatz beim späteren Trocknungsprozess. Zudem kommt die Natrium-Batterietechnik, anders als die Lithium-Zellen, mit Aluminiumfolie auf beiden Seiten (Anode und Kathode) aus, was die Kosten senkt.

Die Entwicklung findet aktuell im Video vorgestellten Labor in Ulm statt (ehemalige Räumlichkeiten des ZSW). Hier werden Rezepturen optimiert und Testzellen im Knopfzellen-Format gebaut.

Sobald ein Rezept im Labor validiert wurde, wird es an die Pilotanlage des KIT übertragen. Anschließend werden die Rezepte externen Zellherstellern für die Massenfertigung angeboten. Litona verkauft inzwischen nicht nur das Aktivmaterial, sondern auch fertig beschichtete Elektroden an andere Forschungseinrichtungen.

Die nächsten im Video angekündigten Schritte:

  • Größere Prototypen: Der Bau von Pouch- und zylindrischen Zellen soll intensiviert werden. Dafür wurden bereits neue Beschichtungsanlagen (Coater) angeschafft.
  • Neues Labor: In Ulm werden größere Büroräume und ein Labor für bis zu 15 Mitarbeitende bezogen, um die Synthese und das Testing zu professionalisieren.
  • Neue Finanzierungskanäle: Litona möchte die finanzielle Situation des Unternehmens durch Umsätze aus Auftragsentwicklungen von Zellen sowie durch das Einwerben von Fördergeldern (z. B. des European Innovation Council (EIC)) verbessern.

Den letzten Teil des Videos (ab 19:09) bildet ein kurzes Gespräch mit Dr. Michel Metzger, Professor an der kanadischen Dalhousie University, der Litona auch wissenschaftlich berät. Zum Schluss gibt Bötticher bekannt, dass durch neue Investoren die Finanzierung bis 2026 gesichert ist. (jr)

Link zum Video

Link zur Firmenseite