Das Vertrauen von Chief Technology Officers (CTOs) in die erfolgreiche Skalierung von Künstlicher Intelligenz nimmt weiter ab. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „What CTOs Think 2026: Scaling the agentic enterprise with confidence“ von Akkodis. Demnach sank der Anteil der CTOs, die zuversichtlich sind, KI unternehmensweit erfolgreich zu skalieren, von 82 Prozent im Jahr 2024 auf 48 Prozent im Jahr 2026. Grundlage der Untersuchung sind die Einschätzungen von 500 CTOs weltweit.
Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen heute weniger durch technologische Grenzen als vielmehr durch die Komplexität der Integration von KI in bestehende Systeme, Prozesse und Entscheidungsstrukturen herausgefordert werden. Mit dem Übergang von Pilotprojekten in den produktiven Einsatz rücken organisatorische Fragestellungen zunehmend in den Vordergrund.

„Was wir derzeit beobachten, ist keine Verlangsamung der KI‑Nutzung, sondern eine Phase zunehmender Realitätsnähe“, sagt Jo Debecker, President & CEO von Akkodis. (© Akkodis)
Als bedeutendster Technologietrend für das Jahr 2026 wird Agentic AI identifiziert. Rund 40 Prozent der befragten CTOs sehen in autonomen KI-Systemen, die Aufgaben planen, Entscheidungen treffen und selbstständig ausführen können, einen entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen. Gleichzeitig geben 57 Prozent an, KI bereits einzusetzen, um zu entscheiden, welche Aufgaben von Menschen und welche von Maschinen übernommen werden sollen.
Die Studie zeigt jedoch deutliche Defizite bei den organisatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Skalierung. Nur 44 Prozent der CTOs halten die KI-Kompetenz ihrer Führungsteams für ausreichend. Lediglich 46 Prozent berichten über etablierte Rahmenwerke für verantwortungsvolle KI-Nutzung, während nur 36 Prozent mit dem Vertrauen der Mitarbeitenden in KI-Systeme zufrieden sind.
Als größte Hürden nennen die Befragten fehlende Technologiekompetenzen innerhalb der Unternehmen, Unsicherheiten hinsichtlich des Return on Investment sowie mangelnde Priorisierung auf Unternehmensebene. Die Herausforderung verschiebt sich damit von der Technologieeinführung hin zur Orchestrierung von Prozessen, Governance-Strukturen und menschlicher Expertise.
Gleichzeitig zeigt die Untersuchung einen Wandel bei den Zielen digitaler Transformation. Erstmals nennen CTOs Innovation als wichtigsten Treiber digitaler Investitionen und nicht mehr Effizienzsteigerungen. Unternehmen richten ihre Digitalisierungsstrategien damit zunehmend auf Wachstum, Differenzierung und neue Geschäftsmodelle aus.
Auch die Auswirkungen auf die Arbeitswelt fallen differenziert aus. Die Hälfte der Befragten beobachtet veränderte Kompetenzanforderungen, 49 Prozent berichten von Veränderungen in den täglichen Arbeitsabläufen. Dagegen geben lediglich 21 Prozent an, dass KI bislang zu einem Personalabbau geführt hat.
Der Report unterscheidet drei Reifegrade der KI-Nutzung: „Task Automators“, die KI vor allem zur Effizienzsteigerung einsetzen, „Pilot Operators“, die sich noch in der Experimentierphase befinden, sowie „Enterprise Orchestrators“, die KI systematisch in Geschäftsprozesse und Entscheidungsstrukturen integrieren. Nach Einschätzung von Akkodis werden künftig vor allem jene Unternehmen erfolgreich sein, die über isolierte Pilotprojekte hinausgehen und KI unternehmensweit orchestrieren. (oe)
