Neue Ultraschall-Chipsets für Fahrerassistenzsysteme

Neben Objekten können auch Straßenverhältnisse wie Nässe oder unterschiedliche Untergründe erkannt werden, was weitere Funktionen wie intelligentere Bremsentscheidungen möglich macht. (© Bosch)

Bosch hat eine neue Generation von Ultraschall-Chipsets für die Nahbereichswahrnehmung im Fahrzeug entwickelt. Die Bausteine TB193 und TB293 sind für Park- und Assistenzfunktionen vorgesehen und verarbeiten Messdaten direkt am Entstehungsort im Sensorumfeld.

Im Unterschied zu bisherigen Lösungen nutzen die Chipsets die unverarbeiteten Rohdaten der Ultraschallsensoren. Diese enthalten mehr Detailinformationen als bereits gefilterte Signale und ermöglichen dadurch eine präzisere Objekterkennung im direkten Fahrzeugumfeld. Besonders relevant ist das für komplexe Parksituationen, etwa in engen Parkhäusern oder dicht bebauten städtischen Bereichen.

Die technische Architektur teilt die Aufgaben zwischen zwei Komponenten auf. Der TB293 ist direkt am Ultraschallwandler integriert und übernimmt die Signalaufnahme. Der TB193 bündelt mehrere Sensoren und bereitet die Daten für die weitere Verarbeitung auf. Das System ist skalierbar und kann je nach Fahrzeugklasse und Funktionsumfang angepasst werden.

Für die Datenübertragung setzt Bosch auf eine neue offene Schnittstelle, den VASI-Bus (Versatile Automotive Sensor Interface). Diese überträgt sowohl Daten als auch Energie und soll die Integration unterschiedlicher Sensorsysteme vereinfachen. Damit werden Ultraschall-ICs erstmals auch unabhängig von kompletten Sensorsystemen angeboten.

Die Datenrate liegt nach Unternehmensangaben bei bis zu 1,16 Mbit/s. Dadurch können größere Datenmengen in Echtzeit verarbeitet und für KI-gestützte Anwendungen genutzt werden. Dazu gehören unter anderem die Kombination mit Kamera- und Radarsystemen sowie verbesserte Algorithmen zur Objekterkennung und Entscheidungsunterstützung in Assistenzfunktionen. Die Chipsets sind zudem auf einen geringeren Energieverbrauch ausgelegt und benötigen weniger externe Bauteile als frühere Generationen. Der Stromverbrauch soll sich je nach Anwendung um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen. Außerdem sind Betriebstemperaturen bis zu 150 °C möglich, wodurch auch thermisch anspruchsvolle Einbauorte im Fahrzeug unterstützt werden. (oe)

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