Schaeffler geht davon aus, dass sich der Antriebsmix im Automobilbereich bis 2035 deutlich verändern wird. Nach Prognosen des Unternehmens werden rund 50 Prozent der weltweit neu produzierten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge rein elektrisch angetrieben sein, während etwa 30 Prozent auf Hybridantriebe entfallen. Der verbleibende Anteil von rund 20 Prozent wird weiterhin ausschließlich über Verbrennungsmotoren verfügen.
Wie das Unternehmen im Rahmen des Wiener Motorensymposiums 2026 darlegte, entwickeln sich die Märkte regional unterschiedlich. Während in Europa regulatorische Vorgaben den Fokus stark auf batterieelektrische Antriebe lenken, wird in anderen Regionen wie Nord- und Südamerika sowie Südostasien auch über das Jahr 2035 hinaus eine hohe Nachfrage nach Hybridfahrzeugen erwartet. In Japan könnten Hybride einen besonders hohen Anteil an der Fahrzeugproduktion erreichen.

Matthias Zink, Vorstand Powertrain & Chassis: „Während wir uns in Europa aufgrund der aktuellen Gesetzgebung mehr oder weniger auf ein Verbot der verbrennungsmotorischen Antriebe einstellen, sehen wir auf Märkten außerhalb der EU große Bedarfe für Hybride weit über das Jahr 2035 hinaus.“
Vor diesem Hintergrund arbeitet Schaeffler an Technologien für unterschiedliche Antriebskonzepte. Ein Schwerpunkt liegt auf hybriden Systemlösungen, die sowohl Komponenten als auch integrierte Antriebsstränge umfassen. Dazu gehört unter anderem ein dediziertes Hybridgetriebe, das mehrere Betriebsmodi unterstützt und eine flexible Kombination von elektrischem und verbrennungsmotorischem Antrieb ermöglicht. Das System integriert elektrische Maschinen, Leistungselektronik und hydraulische Funktionen in einem kompakten Modul und ist für verschiedene Hybridkonfigurationen ausgelegt.
Neben kompletten Systemen entwickelt das Unternehmen auch Einzelkomponenten für hybride Antriebsstränge. Dazu zählen Lösungen zur Reduktion von Schwingungen im Antriebsstrang sowie Systeme zur präzisen Steuerung von Ventiltrieben, die auf eine effiziente Verbrennung ausgelegt sind. Ziel ist es, den Betrieb von Verbrennungsmotoren im Hybridkontext hinsichtlich Effizienz, Emissionen und Geräuschverhalten zu optimieren.
Darüber hinaus erweitert Schaeffler sein Portfolio im Bereich Sensortechnologie. Anwendungen liegen unter anderem in der Emissionskontrolle und der Anpassung an unterschiedliche Kraftstoffzusammensetzungen. Sensorlösungen erfassen beispielsweise den Anteil von Ethanol im Kraftstoff und ermöglichen eine entsprechende Anpassung der Motorsteuerung.
Die Entwicklungen spiegeln nach Ansicht des Unternehmens die unterschiedlichen Anforderungen der globalen Märkte wider und zeigen, dass neben batterieelektrischen Antrieben auch hybride Konzepte weiterhin eine relevante Rolle in der Transformation der Mobilität spielen. (oe)
