QNX hat die Version 8.0 seines Hypervisors für sicherheitskritische Systeme freigegeben. Die Plattform erfüllt unter anderem ISO 26262 ASIL D, IEC 61508 SIL 4 und IEC 62304 Class C.
Der Hypervisor basiert auf der QNX Software Development Platform 8.0 und erweitert die Isolationseigenschaften des Echtzeit-Mikrokernels auf virtualisierte Umgebungen. Dadurch lassen sich unterschiedliche Softwarefunktionen mit variierenden Sicherheitsanforderungen auf einer gemeinsamen Hardware konsolidieren, ohne dass Fehler in einzelnen virtuellen Maschinen andere Systembereiche beeinträchtigen.
Zu den Neuerungen der Version 8.0 zählen insbesondere Verbesserungen bei deterministischem Zeitverhalten und Interrupt-Handling, die für ein vorhersagbares Systemverhalten in Echtzeitanwendungen sorgen. Zudem wurde die Fehlertoleranz durch eine stärkere Isolation zwischen Gastsystemen erweitert. Dies ermöglicht es, Softwarefehler innerhalb einzelner virtueller Maschinen zu begrenzen, ohne sicherheitskritische Funktionen zu beeinflussen.
Darüber hinaus unterstützt die Plattform mehrere Betriebssysteme wie QNX, Linux und Android parallel und bietet damit die Möglichkeit, heterogene Software-Stacks innerhalb einer einheitlichen Architektur zu integrieren. Die Kombination aus direktem Hardwarezugriff und flexibler Virtualisierung entspricht einem hybriden Ansatz zwischen Typ-1- und Typ-2-Hypervisor. Nach Angaben des Unternehmens plant ein chinesischer Autohersteller den Einsatz der Plattform in zukünftigen Systemarchitekturen. (oe)
