Whitepaper: OEM-unabhängige V-ECUs durch standardisierte Bussimulation

Lesezeit: 15 min.; Gesamtbewertung: ++++o; Technische Tiefe: Skilled; Zugang: frei; Sprache: engl.

Software-in-the-Loop (SIL) ist heute eine gängige Methode zur frühen Validierung von Steuergerätefunktionen. Virtuelle Steuergeräte (V-ECUs) werden dabei in Simulationsumgebungen getestet, bevor Hardware verfügbar ist. In der Praxis erschweren jedoch proprietäre Formate und OEM-spezifische Toolchains die Integration. OEMs und Zulieferer stehen beim Austausch von V-ECUs vor einer Reihe von Herausforderungen: Manuelle Anpassungen und häufige Iterationen führen zu erheblichem
zusätzlichem Aufwand auf beiden Seiten. Oft werden die daraus resultierenden Kosten und Zeitaufwände sogar zu Dealbreakern für die virtuelle Validierung.

Das Whitepaper von dSPACE zeigt, wie sich V-ECUs mithilfe des Functional Mock-up Interface (FMI) als herstellerunabhängige Functional Mock-up Units (FMU) bereitstellen lassen. Mit dem auf FMI 3.0 basierenden Layer FMI-LS-BUS, spezifiziert vom FMI-Komitee unter Mitwirkung von dSPACE sowie Unternehmen wie AVL, Bosch, ETAS und Synopsys, wird erstmals auch die standardisierte Bussimulation unterstützt.

Die Autoren beschreiben den FMI-LS-Bus im Kontext modularer Entwicklungs- und Testsysteme von dSPACE und ordnen ihn als interne Low-Speed-Kommunikationsschnittstelle innerhalb von Hardwareplattformen für Steuergeräteentwicklung und HiL-Simulation ein. Der Bus dient nicht der Fahrzeugkommunikation, sondern der deterministischen Anbindung von I/O-, Interface- und Funktionsmodulen an eine zentrale Recheneinheit innerhalb eines Entwicklungs- oder Testsystems.

Für OEMs ergeben sich daraus Vorteile hinsichtlich Standardisierung und Skalierbarkeit von Entwicklungsumgebungen: Modulare Hardwareplattformen können projektübergreifend eingesetzt und flexibel erweitert werden, ohne die Kernarchitektur zu verändern. Das reduziert den Integrationsaufwand und erleichtert das Variantenmanagement in frühen Entwicklungsphasen.

Für Zulieferer bietet die Architektur Vorteile bei der Absicherung und Validierung von Steuergerätefunktionen. Entwicklungs- und Testsysteme lassen sich schnell an neue Derivate anpassen, ohne komplette Hardwarekonfigurationen neu aufzusetzen. (oe)

Zum Whitepaper (pdf, 12 Seiten)