Nach Mercedes-Benz zieht nun auch BMW Konsequenzen beim hochautomatisierten Fahren. Der in den Oberklassemodellen angebotene Assistent erweist sich als wirtschaftlich und funktional wenig überzeugend: hohe Systemkosten bei begrenztem Kundennutzen und offenbar geringer Nachfrage.
Wie das Branchenmagazin Automobilwoche berichtet, wird BMW den 2024 eingeführten „Personal Pilot L3“ mit dem Facelift der 7er-Reihe Ende April aus dem Programm nehmen. Anstelle der bisherigen Level-3-Ausprägung erfolgt eine Rückstufung auf Level 2. Damit bleiben Längs- und Querführung – also Bremsen, Beschleunigen und Lenken – zwar automatisiert, die dauerhafte Fahrerüberwachung wird jedoch wieder zwingend. Eine Abwendung vom Verkehrsgeschehen, etwa zum Lesen, ist anders als bei Level 3 nicht zulässig.
Zuvor hatte bereits Mercedes-Benz seinen „Drive Pilot“ in der S-Klasse in der Level-3-Konfiguration aufgegeben. Bei beiden Herstellern war die Funktion optional erhältlich und aufgrund des erheblichen Sensorik-, Redundanz- und Absicherungsaufwands mit einem hohen vierstelligen Aufpreis verbunden. Der operative Mehrwert blieb indes begrenzt: Die hochautomatisierten Funktionen sind ausschließlich auf ausgewählten Autobahnabschnitten und bei niedrigen Geschwindigkeiten freigeschaltet. (oe)
