Der Beitrag von IPG Automotive, der als Titelstory in der Fachzeitschrift ATZ (Ausgabe 01/26) erschienen ist, beschreibt Simulation als zentrale Enabler-Technologie für die Entwicklung und Absicherung von Vehicle-to-Everything-(V2X)-Anwendungen. Ausgangspunkt ist die zunehmende Bedeutung kooperativer Fahrfunktionen, bei denen Fahrzeuge, Infrastruktur und weitere Verkehrsteilnehmer kontinuierlich Informationen austauschen, um Sicherheit und Verkehrsfluss zu verbessern. Die Autoren argumentieren, dass reale Tests für V2X-Anwendungen nur eingeschränkt geeignet sind. Ursache sind die hohe Szenariokomplexität, die Vielzahl beteiligter Kommunikationspartner sowie die geringe Reproduzierbarkeit kritischer Situationen. Simulation übernimmt daher eine Schlüsselrolle, insbesondere wenn Interaktionen zwischen mehreren Akteuren systematisch untersucht werden sollen. Kern des beschriebenen Ansatzes ist die Integration einer neuen V2X-Schnittstelle in die Simulationsumgebung CarMaker.
Ein exemplarisches Szenario zeigt die Nutzung von Infrastrukturinformationen zur frühzeitigen Erkennung eines Fußgängers an einer verdeckten Kreuzung. Die Simulation ermöglicht hier die Bewertung des Systemverhaltens unter reproduzierbaren Bedingungen.
Der Beitrag ist lesenswert, weil er ein aktuelles Kernproblem der Fahrzeugentwicklung adressiert: Die Absicherung verteilter, kooperativer Systeme. Er zeigt konkret, wie sich V2X-Kommunikation in bestehende Simulations- und Testprozesse integrieren lässt und macht deutlich, dass Closed-Loop-Simulation perspektivisch Voraussetzung für die Entwicklung vernetzter Fahrfunktionen ist.
Für Entwickler und Testingenieure liefert der Artikel weniger neue Grundlagen, aber eine praxisnahe Einordnung, wie V2X-Simulation in realen Entwicklungsumgebungen umgesetzt werden kann und welche Anforderungen sich daraus für zukünftige Toolchains ergeben. (oe)
Link zum Beitrag (deutsch, pdf, 5 Seiten)
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