Aptiv: Kamerabasierte Insassenerkennung

Die Softwarelösung „Advanced Occupancy Classification“ (AOC) von Aptiv nutzt als Sensor ausschließlich Kameratechnik als Sensor, um Insassen anhand von Parametern wie Größe, Gewicht und Körperhaltung zu klassifizieren. © Aptiv

Die Insassenerkennungssoftware AOC (Advanced Occupancy Classification) von Aptiv nutzt als Sensor nur eine Kamera im Fahrzeuginnenraum. Das System vereinfacht die Fahrzeugarchitektur, indem es die herkömmliche Hardware in den Sitzen überflüssig macht.

AOC nutzt künstliche Intelligenz (KI) und Bilderkennungsverfahren, um Insassen anhand von Parametern wie Größe, Gewicht und Körperhaltung genau zu klassifizieren. Dies ermöglicht optimierte Entscheidungen zum Auslösen von Airbags und reduziert gleichzeitig die Systemkomplexität und die Kosten für Automobilhersteller erheblich.

Im Gegensatz zu herkömmlichen, druckbasierten Insassenerkennungssystemen ist AOC in der Lage, mit den meisten vorhandenen Innenraumkameras in Fahrzeugen zusammenzuarbeiten. Es kann Erwachsene, Kinder, Säuglinge in Kindersitzen und leblose Objekte genau unterscheiden und gleichzeitig Körperhaltung, Größe, Sitzposition und Ausrichtung erkennen. Dadurch kann das Airbag-System die Auslösung unterdrücken oder die Aufblaskraft und den Zeitpunkt individuell anpassen, um das Verletzungsrisiko zu verringern – was insbesondere für Kinder, kleinere Insassen oder Passagiere in falscher Sitzposition wichtig ist.

AOC erreichte bei Tests gemäß den US-Bundesvorschriften eine Genauigkeit von 100 %, darunter auch bei Tests zur Bewertung des Schutzes von Insassen bei Frontalzusammenstößen gemäß der Vorschrift FMVSS 208. Damit unterstützt AOC die Einhaltung globaler Sicherheitsvorschriften und -anforderungen.

Durch den Wegfall der Airbag-Hardware in den Sitzen vereinfacht AOC die Systemarchitektur erheblich. Eine einzige Innenraumkamera ersetzt mehrere Sensoren und Verkabelungen, senkt die Materialkosten laut Hersteller um bis zu 40 %, reduziert den Montageaufwand und verbessert die Skalierbarkeit über verschiedene Fahrzeugplattformen hinweg.

Die vereinfachte Architektur bietet Automobilherstellern zudem größere Flexibilität und ermöglicht schlankere Sitzprofile sowie eine einfachere Integration von Komfortfunktionen wie Heizung, Kühlung und Massage, ohne die Sicherheitsleistung zu beeinträchtigen.

OEMs können dieselbe Innenraumkamera außerdem nutzen, um mehr als 15 zusätzliche Sicherheits- und Komfortfunktionen bereitzustellen. Dazu gehören die Überwachung des Sicherheitsgurtstatus, die Erfassung der Fahreraufmerksamkeit, Gestenerkennung, Körperhaltungsanalyse und die Erkennung, ob die Hände am Lenkrad liegen. (jr)

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