Die deutsche Elektronikdistribution ist mit Rückenwind in das Jahr 2026 gestartet. Nach Zahlen des Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. FBDi legte der Umsatz im ersten Quartal um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Noch dynamischer entwickelte sich der Auftragseingang, der um 63,7 Prozent anzog (siehe Bild). Der Book-to-Bill-Wert von 1,44 deutet ebenfalls auf eine spürbare Marktbelebung hin.
Treiber der Entwicklung bleibt vor allem der Halbleitermarkt. Das Segment erreichte einen Umsatz von 577,6 Millionen Euro und wuchs um 8,4 Prozent. Besonders stark entwickelte sich der Memory-Bereich mit einem Umsatzplus von 115,8 Prozent. Hintergrund sind die weltweit hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur, knappe Fertigungskapazitäten und deutlich steigende Preise. Entsprechend erreichte das Memory-Segment mit einem Book-to-Bill-Wert von 3,42 außergewöhnlich hohe Werte.
Auch bei Optoelektronik, programmierbarer Logik und Mikrocontrollern zogen die Auftragseingänge deutlich an. Gleichzeitig warnt der Verband vor möglichen Marktverwerfungen. Neben realer Nachfrage spiele zunehmend auch strategische Bevorratung eine Rolle.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Geopolitische Spannungen, volatile Lieferketten und steigende Anforderungen an Energie- und Rohstoffversorgung sorgen weiterhin für Unsicherheit. Gleichzeitig sieht der FBDi Wachstumspotenzial insbesondere in KI-Infrastruktur, Defense & Aerospace sowie in Anwendungen rund um Energie- und Mobilitätswende. (oe)
