Studie zur Wirtschaftlichkeit von EVs in Afrika

Eine aktuelle Studie zeigt: In vielen afrikanischen Ländern könnten Elektrofahrzeuge, kombiniert mit solarbetriebenen Off-Grid-Ladesystemen, bereits vor 2040 wirtschaftlich konkurrenzfähig sein. Bei Motorrädern und E-Scootern lohnt sich der Umstieg vielerorts sogar schon heute.

Die Forschenden der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts PSI analysierten in Zusammenarbeit mit Partnern in Afrika 52 Staaten und mehr als 2.000 Standorte für ein Szenario, in dem Elektrofahrzeuge mithilfe eigens dafür dimensionierter Solaranlagen und stationärer Batterien geladen werden – unabhängig vom Netz.

„In vielen Modellen wurde bisher angenommen, dass in Afrika bis Mitte des Jahrhunderts Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dominieren”, sagt Erstautorin Bessie Noll von der ETH Zürich. „Unsere Ergebnisse zeigen: Unter bestimmten Bedingungen ist Elektromobilität früher machbar, als viele denken.“

Die Studie macht dabei deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb Afrikas sind. In Ländern mit stabileren Finanzierungsbedingungen, wie Botswana oder Südafrika, könnten Elektrofahrzeuge früher konkurrenzfähig werden. In Staaten mit hohen Finanzierungskosten wie Guinea wird der Übergang voraussichtlich deutlich langsamer verlaufen.

Die in Nature Energy veröffentlichte Analyse beruht bewusst auf einem vereinfachten Szenario. In den Berechnungen haben die Forschenden bestehende Stromnetze, Importzölle, Mehrwertsteuern und staatliche Subventionen nicht berücksichtigt. Das Ziel bestand darin, die verschiedenen Antriebstechnologien zunächst rein auf technologischer und wirtschaftlicher Basis zu vergleichen.

Auch Fragen der Infrastruktur, wie der Ausbau öffentlicher Ladestationen, sowie soziale und politische Faktoren, etwa Importregeln für Gebrauchtfahrzeuge, wurden nicht im Detail modelliert.. (jr)

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