Der Exzellenzcluster Bilateral AI hat seine Arbeit aufgenommen. Die Grundidee des Projekts ist, zwei ganz unterschiedliche Bereiche der AI endlich miteinander zu vereinen: Die symbolische und die subsymbolische KI. So soll durch wichtige Forschungsfortschritte aus Österreich eine vielseitigere und zuverlässige KI möglich werden, die auch komplexe Probleme lösen kann.
Subsymbolische KI wie etwa ChatGPT verwendet viele Milliarden von Parametern, die beim Training laufend angepasst werden – bis das System dann am Ende den gewünschten Output liefert. Diese subsymbolische KI ist äußerst vielseitig und anpassungsfähig. Sie hat aber auch entscheidende Nachteile: Erstens ist sie nicht zuverlässig – sie macht ab und zu haarsträubende Fehler. Zweitens hat subsymbolische KI nicht die Fähigkeit, ihre Entscheidungen klar zu begründen. Wie die AI zu einer Antwort gekommen ist, lässt sich nicht klar sagen.
Die symbolische KI dagegen arbeitet mit Symbolen und klaren Regeln. Ein Beispiel dafür ist ein Schachcomputer – er lernt nicht bloß durch Erfahrung, sondern er hat die Schachregeln fest einprogrammiert. Er wird nie einen Zug machen, der nach den Schachregeln nicht erlaubt ist. Symbolischer KIs arbeiten mit klaren, für Menschen nachvollziehbaren Logikregeln. Es lässt sich genau sagen, warum sie ein bestimmtes Ergebnis liefern und nicht ein anderes und sie liefern immer bei derselben Aufgabenstellung dasselbe Ergebnis.
Im von der JKU Linz geleiteten FWF Cluster of Excellence Bilateral AI arbeiten Wissenschaftler der JKU, TU Wien, WU Wien, TU Graz, Universität Klagenfurt und des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) zusammen. Insgesamt sind derzeit 46 Key Researcher im Projekt tätig, und es wurden bereits rund 40 PhDs und Postdocs aufgenommen. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und hat ein Gesamtvolumen von 33 Millionen Euro – 60 % sind Fördergelder des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF, der Rest ist Eigenleistung der Universitäten. (jr)