Vector und Infineon: Offene HAL-Spezifikation für kleine Mikrocontroller

Die Chiisai HAL Spezifikation senkt die Einstiegshürden erheblich, ermöglicht die schnelle Entwicklung eigener HALs und deren Nutzung durch unterschiedliche Middlewares, unabhängig vom Mikrocontroller oder Hardwarehersteller. (© Vector Informatik)

Vector hat gemeinsam mit Infineon Technologies die offene und lizenzfreie Chiisai-Spezifikation für die Entwicklung von Hardware-Abstraction-Layers (HAL) auf kleinen Mikrocontrollern vorgestellt. Ziel ist eine schlanke, herstellerübergreifende Abstraktionsschicht, die sich auf grundlegende Funktionen konzentriert und damit den Software-Footprint auf ressourcenbegrenzten Mikrocontrollern reduziert.

Chiisai – japanisch für „klein“ – richtet sich insbesondere an Mikrocontroller in Sensoren, Aktuatoren und kompakten Embedded-Systemen. Die Spezifikation definiert standardisierte Schnittstellen für Basis- und Kommunikationsfunktionen und trennt Treiber von Middleware. Dadurch sollen HAL-Implementierungen leichter auf unterschiedliche Hardwareplattformen übertragen und Softwarekomponenten wiederverwendet werden können. Die Spezifikation entstand in Zusammenarbeit mit Infineon Technologies. Auch weitere Halbleiterhersteller, darunter Microchip Technology, unterstützen den Aufbau eines offenen Ökosystems auf Basis des Standards.

Vector zufolge erleichtert Chiisai die Entwicklung eigener HALs und ermöglicht deren Nutzung mit unterschiedlichen Middlewares unabhängig vom eingesetzten Mikrocontroller. Dies soll Interoperabilität fördern und den Integrationsaufwand für OEMs, Tier-1-Zulieferer und Halbleiterhersteller reduzieren. Die Schnittstellen von MICROSAR IO, dem Software-Base-Layer von Vector, sind vollständig mit Chiisai kompatibel. Damit kann MICROSAR IO auf Chiisai-konformen HALs ohne zusätzliche Anpassungen eingesetzt werden. (oe)

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