Blogpost: Rust – A building block for the SDV

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(© Valtech Mobility)

Dr. Jan Jongen, Director of Technology bei Valtech Mobility stellt in seinem Beitrag dar, warum Rust in der Fahrzeug- und Cloudentwicklung eine zentrale Rolle einnehmen kann – als leistungsfähige, sichere und effiziente Alternative zu etablierten Sprachen wie C++ oder Java. Er betont, dass Rust durch seine breite Toolchain, Speichersicherheit und plattformübergreifende Einsetzbarkeit seine Stärken bei der SDV-Entwicklung ausspielen kann: Die gleiche Sprache, dieselben Bibliotheken und Build-Tools – für Backend- und Embedded-Entwicklung gleichermaßen.

Rust biete Vorteile wie kurze Startzeiten, geringe Speicheranforderungen und keine Laufzeit-Überraschungen, so Jongen. Gerade in hochskalierenden Cloudsystemen oder zeitkritischen Fahrzeugfunktionen zähle jede Millisekunde – Rust reduziert hier spürbar die Latenzen. Zudem lassen sich mit Rust typische Speicherfehler (z. B. Datenrennen) bereits zur Compile-Zeit vermeiden, was besonders für sicherheitsrelevante Anwendungen im Fahrzeug entscheidend ist.

Rust wird heute bereits in der Entwicklung von SDV-Basiskomponenten wie dem Eclipse Kuksa Databroker, uProtocol oder Ankaios eingesetzt. Perspektivisch sieht er weiteres Potenzial für den Einsatz in sicherheitskritischen ECUs (z. B. mit dem Ferrocene-zertifiziertem Compiler) sowie in Cloudsystemen – etwa für skalierbare MQTT-Broker oder Serverless-Anwendungen.

Abschließend weist der Autor auf Herausforderungen hin: Die Einführung einer neuen Sprache bringt Lernaufwand, fehlende Monitoring-Tools und potenzielle Risiken mit sich. Einen vollständigen Umstieg empfiehlt er nicht – vielmehr sollten gezielt Module mit hohen Anforderungen an Performance und Effizienz in Rust realisiert werden. (oe)

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