Wie können Fahrzeugkomponenten und andere Industriegüter so konzipiert werden, dass sie kreislauffähig sind? Dieser Frage geht der Automobilzulieferer Forvia Hella im neuen Förderprojekt „KOLLEKT” zusammen mit den Partnern BMW, Covestro, Geba, Fraunhofer IEM, Fraunhofer UMSICHT, der Universität Paderborn, der Hochschule Hamm-Lippstadt, dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sowie der Firma SW Maschinenservice nach. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie CircularGlowUp vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und durch den Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.
Heutige Scheinwerfer sind für eine einmalige Lebensdauer und eine optimale Erstmontage ausgelegt. Eine Reparatur ist daher nur sehr eingeschränkt möglich. Im Rahmen von KOLLEKT soll erforscht werden, wie sich zukünftige Scheinwerfer so gestalten lassen, dass sie reparierbar und teilweise wiederverwertbar sind, und welche Produktions- und Logistikabläufe hierfür notwendig sind.
Im Zentrum der Forschungsarbeiten steht die Entwicklung einer flexiblen Demontagezelle. Mithilfe von Robotern und KI-basierter Datenverarbeitung wird die Grundlage für die Wiederverwendung und das Recycling von Produkten im industriellen Maßstab geschaffen. Hierzu wird ein digitaler Produktzwilling genutzt, um Baugruppen möglichst sortenrein und automatisiert zu zerlegen. Dieser Prozess wird durch eine nachgelagerte, optimierte Sortierung ergänzt, die Störstoffe abtrennt und Kunststofffraktionen separiert. Darüber hinaus umfasst er eine Charakterisierung und Aufbereitung der Materialien sowie ein mechanisches und teilweises chemisches Recycling. Schließlich sollen die Menschen als Teil des neuen Wertschöpfungssystems befähigt werden, die zirkuläre Produktgestaltung umzusetzen und somit die Kreislaufwirtschaft erst zu ermöglichen.
Das KOLLEKT-Förderprojekt baut auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts NALYSES auf, das im Jahr 2026 erfolgreich abgeschlossen wurde. Während sich NALYSES vor allem mit nachhaltiger Produktgestaltung, Materialstrategien, Recyclingmöglichkeiten und der Nutzungsphase der Produkte befasst hat, baut das KOLLEKT-Förderprojekt darauf auf und entwickelt eine übergreifende zirkuläre Wertschöpfung. (jr)
