Agentische Programmierassistenten bzw. KI-Agenten, die Code generieren, ausführen, Dateien bearbeiten und zusätzliche Software nutzen, existieren bereits. Sie weisen jedoch Einschränkungen auf, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz. Das behindert ihre breite Einführung in der Wissenschaft oder bei kleinen und mittleren Unternehmen. Das am Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickelte Framework Terok bietet eine Open-Source-Umgebung für die agentische KI-Programmierung. Aufgrund seiner einzigartigen Kombination von Funktionen und Sicherheitsvorkehrungen eignet es sich sowohl für kommerzielle als auch für selbst betriebene LLMs.
„Um das volle Potenzial dieses neuen KI-Agenten-Modus auszuschöpfen, müssen wir in der Lage sein, reale Daten aus relevanten Projekten zu nutzen“, sagt Dr. Jiří Vyskočil, leitender Entwickler des CASUS Scientific Computing Core (SCC)-Teams. „Wir wollten verschiedene LLMs und Softwaretools miteinander vergleichen können – ihre Eignung für unterschiedliche Programmieraufgaben, ihre Potenziale und ihre Fallstricke. Deshalb haben wir Ende 2025 mit der Arbeit an Terok begonnen.“
Das quelloffene Framework Terok nutzt Containerisierung und eine Reihe zusätzlicher Sicherheitsfunktionen, um das Verhalten der Agenten auf lokaler Hardware zu kontrollieren. Terok selbst ist jedoch kein KI-Agent. Vielmehr ermöglicht es den Nutzern, zwischen verschiedenen LLMs zu wechseln, auf die sie Zugriff haben. „Egal, welches LLM oder welcher Agent verwendet wird, Terok bietet Schutz“, erklärt Vyskočil. Direkt einsatzbereit sind führende kommerzielle Agenten wie Claude des US-Unternehmens Anthropic sowie Agenten aus dem akademischen Sektor in Deutschland wie Blablador und KISSKI Chat AI. Terok lässt sich auch mit selbst gehosteten LLMs verbinden. Zudem ermöglicht Terok die Verwaltung mehrerer Projekte mit parallelen Aufgaben in jedem Projekt und bietet eine vorgefertigte Umgebung mit einfacher Installation.
„Terok kann als Sicherheitsnetz für agentische KI betrachtet werden“, sagt Dr. Andreas Knüpfer, Leiter des CASUS. „Als junges akademisches Projekt in einem sich rasant entwickelnden Bereich ist es sicherlich noch nicht voll ausgereift und abgeschlossen. Aber es macht einen großen Unterschied im Vergleich zum naiven Einsatz agentischer LLMs auf dem eigenen Laptop ohne ein solches Netz. Anwendende können nun endlich erfahren, wie sich all diese verschiedenen LLMs hinsichtlich ihrer Fähigkeiten sowie der Kosten für spezifische Aufgaben unterscheiden. Für uns im Team ist Terok wie der Schlüssel zu einem Abenteuerspielplatz, der bisher tabu war.“
Das CASUS-Team lädt die Community ein, dieses explorative Tool zu nutzen und weiterzuentwickeln. (jr)
