Whitepaper: The UI Kaleidoscope

Lesezeit: 15 min.; Gesamtbewertung: +++oo; Technische Tiefe: Skilled; Zugang: frei; Sprache: engl.

In dem Whitepaper von HARMAN wird ein systematischer Ansatz zur Entwicklung skalierbarer Benutzeroberflächen (HMIs) für Fahrzeuge beschrieben, der als „UI Kaleidoscope“ bezeichnet wird. Im Kern geht es darum, die Entwicklung von Fahrzeug-Bedienoberflächen von einer Einzelentwicklung hin zu einem modularen, plattformbasierten Ansatz zu transformieren und damit ein zentrales Problem moderner Fahrzeugplattformen zu lösen: die effiziente Umsetzung markenspezifischer Benutzeroberflächen bei gleichzeitig hoher Wiederverwendbarkeit.

Die Autoren nutzen in ihrer Beschreibung die Analogie eines Kaleidoskops: So wie sich aus wenigen Glasbausteinen durch unterschiedliche Anordnungen immer neue Muster ergeben, lassen sich auch aus einer begrenzten Anzahl standardisierter UI-Elemente zahlreiche unterschiedliche Benutzeroberflächen erzeugen.

Zentral ist dabei eine HMI-Plattform, die als technisches Fundament dient. Diese Plattform stellt grundlegende Softwarefunktionen, Frameworks und Werkzeuge bereit, auf denen die eigentlichen Benutzeroberflächen aufgebaut werden. Damit existiert eine strukturierte Sammlung von UI-Elementen, etwa Anzeigen, W6idgets oder Funktionsgruppen, die als wiederverwendbare Bausteine organisiert sind. Diese Elemente sind parametrisiert, das heißt, sie lassen sich in Aussehen und Verhalten anpassen, ohne dass sie komplett neu entwickelt werden müssen.

Die Autoren erklären wie die Entwicklung zunächst unabhängig von einer konkreten Marke in Form einer sogenannten „technischen Basisoberfläche“ erfolgt und wie markenspezifische Designmerkmale wie Farben, Schriftarten oder Icons hinzugefügt werden. Dadurch können Funktionalität und Design voneinander entkoppelt entwickelt werden.

Die Autoren betonen außerdem die Bedeutung von Simulation und virtuellen Testumgebungen. Mithilfe entsprechender Tools können UI-Funktionen frühzeitig getestet und iterativ verbessert werden, ohne auf reale Fahrzeughardware angewiesen zu sein. Das beschleunigt die Entwicklung und erleichtert die Zusammenarbeit.

So lässt sich mit einem strukturierten Ansatz eine große Variantenvielfalt beherrschen und die Wiederverwendbarkeit von Komponenten führt zu kürzeren Entwicklungszyklen und erleichtert die Pflege über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Besonders im Kontext softwaredefinierter Fahrzeuge ist dies ein entscheidender Vorteil, so die Autoren. (oe)

Zum Whitepaper (pdf, 9 Seiten)