Bosch: Entwicklung von SAE Level 3 für China

Bosch entwickelt für China Level-2- und Level-3-Systeme für das assistierte und automatisierte Fahren. (© Bosch)

China ist ein zentraler Markt für die Automobilindustrie und gewinnt auch für die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen weiter an Bedeutung. Bosch Mobility steigerte dort im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz von 116,6 auf 122,3 Milliarden CNY, was etwa 15,1 Milliarden Euro entspricht. Ein erheblicher Anteil entfiel auf Geschäfte mit chinesischen Fahrzeugherstellern. Mit rund 34,5 Millionen produzierten Pkw und schweren Nutzfahrzeugen lag der Anteil Chinas an der weltweiten Fahrzeugproduktion im Jahr 2025 bei über einem Drittel.

Vor diesem Hintergrund erweitert Bosch seine Aktivitäten im Bereich des automatisierten Fahrens und arbeitet an der Einführung von Systemen auf Automatisierungsstufe Level 3. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf dem chinesischen Markt, in dem die Nachfrage nach erweiterten Fahrerassistenzsystemen und höheren Automatisierungsgraden weiter zunimmt.

Nach Unternehmensangaben waren im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der in China neu zugelassenen Pkw mit Fahrerassistenzsystemen auf Level 2 ausgestattet. Parallel dazu steigt das Interesse der Fahrzeughersteller an Funktionen, die über diese Stufe hinausgehen. Gleichzeitig befindet sich die regulatorische Ausgestaltung für den Einsatz von Level-3-Systemen in Privatfahrzeugen in China in der finalen Phase.

Bosch hat im März 2026 die Genehmigung erhalten, Fahrzeuge mit Level-3-Funktionen im öffentlichen Straßenverkehr in Wuxi zu testen. Die Erprobung erfolgt unter realen Bedingungen und basiert auf einer weiterentwickelten ADAS-Systemarchitektur.

Die aktuelle Systemauslegung ist für den Einsatz auf Autobahnen und Schnellstraßen vorgesehen und arbeitet bis zu Geschwindigkeiten von etwa 120 km/h. Die Funktionsfähigkeit ist an bestimmte Umgebungsbedingungen geknüpft, etwa eine Sichtweite bis 300 Meter.

Die Weiterentwicklung hin zu Level 3 basiert unter anderem auf dem verstärkten Einsatz von Methoden der künstlichen Intelligenz. Diese werden in verschiedenen Softwarekomponenten eingesetzt und ergänzen klassische regelbasierte Ansätze. Gleichzeitig kommt eine redundante Systemarchitektur zum Einsatz, um sicherheitsrelevante Anforderungen abzudecken.

„Wir setzen KI in jedem Softwarebaustein ein und kombinieren sie mit einer redundaten Sicherheitsarchitektur. Mit unserem Wissen über alle Fahrzeugdomänen hinweg sind wir idealer Partner für Hersteller, um Level 3 zu skalieren“, sagt Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender von Bosch Mobility. (oe)

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