Der Open-Source-Software-Anbieter Tier IV hat Software-Stacks für autonomes Fahren der Stufe 4 entwickelt, die auf datenzentrierter KI basieren. Die neu entwickelten Software-Stacks sind über Autoware öffentlich zugänglich und zielen darauf ab, den bestimmungsgemäßen Betriebsbereich zu erweitern. Sie sind hardwareunabhängig konzipiert und unterstützen verschiedene System-on-Chip- und Sensorkonfigurationen, wie sie in der Automobilindustrie benötigt werden. Mithilfe der Machine-Learning-Operations-Plattform (MLOps) von Tier IV in Verbindung mit den neuen Software-Stacks können Automobilhersteller die Leistung von KI-Modellen kontinuierlich verbessern. Um die Wirksamkeit dieser Funktionen zu validieren, hat Tier IV in Zusammenarbeit mit Partnern – darunter Universitäten – Tests an drei globalen Standorten begonnen: Tokio, Pittsburgh und München.
Die jetzt veröffentlichte datenzentrierte KI-Technik ist die Kernkomponente des im April 2025 von Tier IV ins Leben gerufenen Level 4+ Konzepts und erweitert den funktionalen Einsatz von Autoware auf Basis der im Juli 2025 veröffentlichten End-to-End-Architektur (E2E). Die Softwarekonfiguration kann aus zwei Systemen ausgewählt werden, um Anpassungsfähigkeit und Skalierbarkeit in unterschiedlichen Fahrumgebungen ohne Hardware-Lock-in zu gewährleisten.
- Hybrides System mit Wahrnehmungs-KI und Planungs-KI: Nutzt Diffusionsmodelle, um zeitliche Veränderungen in der Umgebung probabilistisch zu erfassen. Durch die Kombination dieser Daten mit der Umgebungswahrnehmung aus anderen ML-Modellen generiert es Entscheidungen und Fahrwege, die das menschliche Fahrverhalten nachahmen.
- E2E-System: Behandelt die Umgebung und den Fahrstatus als Vektordarstellungen. Unter Nutzung des Konzepts der Weltmodelle integriert es Wahrnehmung, Planung und Steuerung in einen einzigen Lernprozess und bietet so eine nahtlose Pipeline von der Umgebungserkennung bis zum Fahrzeugbetrieb.
Die Software-Stacks sind in den Autoware-Repositorys auf GitHub verfügbar. In Zusammenarbeit mit der Autoware Foundation strebt Tier IV an, KI-basiertes autonomes Fahren der Stufe 4 als Industriestandard zu etablieren. Dazu wird ein Rahmen geschaffen, in dem Wissenschaft, Industrie und Entwickler-Community gemeinsam die Open-Source-Software weiterentwickeln können.
Um die Wirksamkeit datenzentrierter KI für das autonome Fahren der Stufe 4 zu überprüfen, führt Tier IV Fahrversuche mit Sicherheitsfahrern und Funktionen für das autonome Fahren der Stufe 4 in Regionen mit unterschiedlichen Verkehrsbedingungen durch. Dabei kommen verschiedene Fahrzeuge, SoCs und Sensorsysteme zum Einsatz. Jeder Testlauf dauert etwa 60 Minuten.
- Tokio: In Zusammenarbeit mit der Universität Tokio wird das Toyota JPN TAXI eingesetzt, um die Benutzererfahrung bei Fahrten zwischen Knotenpunkten in Stadtzentren zu bewerten.
- Pittsburgh: In Zusammenarbeit mit der Carnegie Mellon University (CMU) wird der Hyundai IONIQ 5 für Robotaxi-Tests in städtischen Gebieten eingesetzt, darunter auf Strecken zwischen dem Pittsburgh International Airport und der CMU.
- München: In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München wird der Volkswagen T7 Multivan für Sicherheitsbewertungen in verschiedenen städtischen Fahrszenarien in und um München eingesetzt.
(jr)
