Nutzerstudien ebnen den Weg zu Entspannung und Schlaf hinter dem Steuer

Schlafen am Steuer ist aktuell nur im Fahrsimulator möglich. Mit seinen Nutzerstudien im Rahmen des Projekts SALSA hat das Fraunhofer IOSB einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieser Zukunftsvision geleistet. © © Fraunhofer IOSB / M. Zentsch

Der erfolgreiche Abschluss dreier großer Nutzerstudien macht neue Möglichkeiten zur Entspannung und zum Schlafen hinter dem Steuer greifbar. Die Untersuchungen wurden vom Fraunhofer IOSB im Rahmen des Verbundforschungsprojekts SALSA (Smarte, adaptive und lernbare Systeme für alle) durchgeführt.

Aktuell darf und kann ein Mensch am Steuer eines hochautomatisierten Fahrzeugs (SAE Level 3) in hochautomatisierten Stop-and-Go-Phasen auf der Autobahn seine Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen abwenden. Schließt er jedoch die Augen, wird er vom Auto an seine Fahrverantwortung erinnert. Denn eine Unterscheidung zwischen Schlafen und bloßem Augenschließen im Wachzustand – was gesetzlich erlaubt ist – ist in aktuellen Autos nicht möglich. Dies zu ändern, ist eines der Ziele, die die Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB im Projekt SALSA verfolgen.

Dazu haben Wissenschaftler der Abteilung „Human-AI Interaction“ des Fraunhofer IOSB umfangreiche Daten erhoben, mit denen sie KI-Algorithmen darauf trainieren, Schlafen von Relaxen anhand von Details der Körperhaltung zu unterscheiden.

In einer zweiten Nutzerstudie untersuchten die Forschenden die „Sleep Inertia“. Dazu weckten Forschende um David Lerch, Wissenschaftler des IOSB, die Probanden im institutseigenen Fahrsimulator und erfassten verschiedene Daten, darunter die Qualität der Fahrleistung. So überprüften sie ein in der Fachliteratur postuliertes Fahrerzustandsmodell und zeigten, dass künftige Autos auf Autonomielevel 4 mindestens zwei Minuten einplanen müssen, bis ein schlafender Mensch wieder voll fahrtüchtig ist. Nach dem Relaxen sind es dagegen nur zehn Sekunden.

In einer dritten Studie ging es um das Aufwecken an sich: Wie kann ein Auto möglichst sanft und gleichzeitig wirkungsvoll signalisieren, dass es den Fahrer wieder benötigt? Die Forschenden empfehlen eine Kombination aus Sitzvibration und Sound und haben dazu einen Prototypen gebaut und getestet.

Die Ergebnisse der drei Nutzerstudien sowie viele weitere Zwischenergebnisse aus SALSA präsentiert das Projektkonsortium am 12. Februar 2026 ab 9 Uhr in der Schwabenlandhalle Fellbach im Großraum Stuttgart. (jr)

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