MIPI Alliance: Working Group zur Standardisierung kinetischer Sensordatenströme

Die MIPI Alliance hat die Gründung der „Kinematics Working Group” bekannt gegeben. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung eines standardisierten Datenformats, mit dem kinematische Sensordatenströme über die weitverbreitete Kamera- und Bildverarbeitungsschnittstelle MIPI CSI-2 übertragen werden können.

Zwar nutzen Radar- und Lidar-Systeme häufig die Schnittstelle MIPI-CSI-2, doch werden die von kinematischen Sensoren erzeugten sogenannten „Chirp“-Daten bislang meist in proprietären Formaten dargestellt. Genau hier setzt das geplante MIPI Kinematic Streaming Format (MIPI KSF) an. Es soll die unterschiedlichen Ansätze vereinheitlichen und ein standardisiertes Format für die unverarbeiteten kinematischen Rohdaten schaffen – und zwar unmittelbar nach deren Digitalisierung.

Im Hardware-/Software-Stack liegt das Format als Anwendungsschicht oberhalb der CSI-2-Protokollschicht. Damit lässt sich das Format mit MIPI-Spezifikationen für Physical-Layer-Schnittstellen (PHY) ebenso kombinieren wie mit anderen von MIPI autorisierten PHYs.

Die erste Version der KSF-Spezifikation konzentriert sich auf Radarsysteme, die die Rohdaten des Sensors zur zentralisierten Verarbeitung übertragen. Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur Kosteneinsparungen, sondern schafft auch die Voraussetzungen dafür, moderne KI- und Machine-Learning-Verfahren direkt auf die Sensordaten anzuwenden.

Über die initiale Spezifikation hinaus will die Arbeitsgruppe auch radarbasierte Anwendungsfälle für 6G Integrated Sensing and Communications (ISAC) einbeziehen. Ferner sollen Einsatzszenarien berücksichtigt werden, die Lidar, Ultraschall und weitere kinematische Sensortechnologien nutzen.

Für das neue Streaming-Format sind außerdem eine Konformitäts-Testsuite sowie begleitende Dokumente, darunter Whitepaper und FAQs, geplant. (jr)

Link zur Originalmeldung