Aidoptation: Genehmigung für Tests autonomer Fahrzeuge auf EU-Autobahnen

Das Autonomy Box Kit enthält die Recheneinheiten und Steuergeräte, die für den Betrieb der Software für autonomes Fahren und die Steuerung des autonomen Fahrzeugs erforderlich sind. Das Kit umfasst eine Sicherheitsstufe für das Energiemanagement, den Hauptcomputer und das Steuergerät für die Aktuatorsteuerung. Darüber hinaus werden die Erfassung und Weiterleitung der Sensordaten innerhalb der Autonomy Box abgewickelt. Die Box steuert u.a. einen an der Lenksäule angebrachten Lenkaktuator mit Direktantriebsmotor. Er ist in der Lage, das erforderliche Lenkdrehmoment bereitzustellen, um das Fahrzeug sicher bis an seine Grenzen zu fahren. Das System ermöglicht es, das Fahrzeug im ausgeschalteten Zustand manuell zu lenken, ohne dass dabei ein äußerer Widerstand auftritt. © Aidoptation

Das in Limburg ansässige Unternehmen Aidoptation hat von den belgischen Behörden die Genehmigung erhalten, vollständig autonomes Fahren der Stufe 4 auf öffentlichen Autobahnen bis zur Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h zu testen.

Die Genehmigung gilt für eine 100 km lange Strecke auf den Autobahnen E313 und E314 in der Provinz Limburg. Es handelt sich dabei um den ersten Test eines vollständig autonomen Fahrsystems der Stufe 4 bei Autobahngeschwindigkeit auf öffentlichen Straßen in der Europäischen Union.

Aidoptation führt die Tests mit der Elektrofahrzeugplattform des Maserati GranTurismo Folgore durch. Das Unternehmen hat das Fahrzeug mit LiDAR-, Radar- und Kamerasensoren sowie Robotik-Hardware ausgestattet, um vollautonomes Fahren bei Autobahngeschwindigkeiten zu ermöglichen.

Die Erprobungsfahrten werden schrittweise und unter Einhaltung strenger Betriebs- und Sicherheitsprotokolle durchgeführt, die mit den belgischen Behörden vereinbart wurden. Dazu gehört auch ein menschlicher Sicherheitsfahrer, der das Fahrzeug während der Tests jederzeit übernehmen kann.

Aidoptation wurde im Jahr 2025 als kommerzielles Spin-off der Indy Autonomous Challenge (IAC) gegründet und hat EdgeDrive entwickelt. Diese vollständig autonome Fahrplattform der Stufe 4 wurde von Aidoptation speziell für den Einsatz auf Autobahnen bei Geschwindigkeiten von 120 km/h und mehr (sofern die Geschwindigkeitsbegrenzungen dies zulassen) ausgelegt. Sie gewährleistet einen konsistenten und sicheren autonomen Fahrbetrieb genau dann, wenn dieser am vorteilhaftesten ist, nämlich dort, wo die Reaktionszeit des Menschen, die Fahrzeugstabilität und die Reifenhaftung an ihre Grenzen stoßen und das Unfallrisiko drastisch ansteigt.

EdgeDrive nutzt deterministische, auf First-Principles basierende Modelle, um sicherheitskritische Szenarien zuverlässig zu bewältigen: Notmanöver, plötzliche Hindernisvermeidung und Reaktionen auf Gefahren bei hoher Geschwindigkeit. Da bei der Entscheidungsfindung keine KI zum Einsatz kommt, sind die Fahrergebnisse vollständig nachvollziehbar und überprüfbar. Somit ist Transparenz für Aufsichtsbehörden und Versicherer gewährleistet. Adaptation wird EdgeDrive Automobilherstellern und Robotaxi-Kunden als eigenständiges oder integriertes, bewährtes Sicherheitsmodul anbieten, die ihre ODD (Operational Design Domain) für autonome Fahrzeuge der Stufen 3 und 4 auf Autobahnen ausweiten möchten. (jr)

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