Inova Semiconductors führt mit APXpress eine neue Übertragungstechnologie ein, die für moderne Fahrzeugnetzwerke mit hohen Anforderungen an Bandbreite, Latenz und Deterministik entwickelt wurde. Die Architektur ist darauf ausgelegt, die steigende Datenmenge in zonalen und softwaredefinierten Fahrzeugarchitekturen zu verarbeiten und verschiedene Kommunikationsströme über eine serielle Verbindung effizient zusammenzuführen.
APXpress ermöglicht Datenraten von 4 bis 32 Gbit/s pro Link und bietet eine skalierbare Struktur mit bis zu 500 unabhängigen virtuellen Datenpfaden, über die Bandbreiten flexibel zugewiesen werden können. Die Übertragung basiert auf einer hardwareimplementierten SerDes-PHY im 22-nm-FDX-Prozess. Der IP-Core selbst ist unabhängig von spezifischen Fertigungstechnologien ausgelegt, sodass die Implementierung bei unterschiedlichen Foundries möglich ist. Die Technologie unterstützt sowohl kupferbasierte als auch optische Leitungen und kann im Full-Duplex- oder Dual-Simplex-Modus betrieben werden.
Zur Sicherstellung von Datenintegrität und Systemzuverlässigkeit sind Mechanismen wie FEC-Fehlerkorrektur und redundante Zellübertragung integriert. Damit eignet sich APXpress für Anwendungen mit hohen Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen, etwa Kamerasysteme, Radarsensorik, Infotainment oder als Kommunikationsinfrastruktur für zonale Steuergeräte. Die deterministische Ausführung und definierte Latenz adressieren zentrale Herausforderungen in softwaredefinierten Architekturen, in denen heterogene Datenströme parallel verarbeitet werden müssen.
Nach erfolgreichen FPGA-Demonstrationen steht nun der erste Testchip (T1) zur Verfügung, dessen zentrale Funktionsblöcke – darunter VCO, PLL, digitale Signalverarbeitung und Echo-Cancellation – im Labor validiert wurden. Das Tapeout für die zweite Iteration (E1) fand Anfang Oktober 2025 statt. Der E1-Chip wird im ersten Quartal 2026 an ein FPGA für weitere Funktionstests und ein PoC angebunden. Das dritte Tapeout (P1) soll ein vollständiges Produkt darstellen und voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2026 direkt in Netzwerken einsetzbar sein. (oe)
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