Open-Source-Software könnte bei der Entwicklung der grundlegenden Softwareplattform für Software-defined Vehicles (SDV) eine zunehmend wichtige Rolle übernehmen. Zu diesem Schluss kommt das Whitepaper „Last Exit Open Source“ von Michael Pöhnl / ekxide IO GmbH, das die bisherigen Ansätze zur Entwicklung einer SDV-Plattform bewertet und verschiedene Open-Source-Modelle diskutiert.
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Foundation der SDV-Plattform. Sie umfasst unter anderem Middleware-Funktionen für Kommunikation, Ausführung und Lifecycle-Management und bildet die technische Grundlage für Anwendungen auf zentralen Fahrzeugcomputern. Nach Darstellung des Autors haben sich unterschiedliche Ansätze – von AUTOSAR Adaptive über proprietäre Lösungen bis zur vollständigen Eigenentwicklung durch OEMs – mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert gesehen. Als Alternative beschreibt er „Industrial-Grade Open Source“. Gemeint sind professionell entwickelte Open-Source-Projekte mit klaren Maintainer-Strukturen, Release-Management, CI/CD, Sicherheitsprozessen, SBOMs und nachvollziehbaren Qualitätsanforderungen. Für den Automotive-Einsatz kommen zudem Anforderungen an eingebettete Systeme, deterministisches Verhalten und funktionale Sicherheit hinzu.
Am Beispiel von Eclipse S-CORE diskutiert Pöhnl Chancen und Herausforderungen eines gemeinsam entwickelten SDV-Stacks. Entscheidend seien dabei insbesondere technische Verantwortung, architektonische Konsistenz und tragfähige Governance- und Finanzierungsmodelle.
Abschließend werden mehrere Modelle vorgestellt, von proprietären Plattformen mit Open-Source-Komponenten bis hin zu OEM-kontrollierten Open-Source-Projekten. Open Source wird dabei als Möglichkeit verstanden, gemeinsame, nicht differenzierende Softwarebausteine zu entwickeln und gleichzeitig die architektonische Kontrolle bei den Fahrzeugherstellern zu belassen. (oe)
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