Der europäische Nutzfahrzeugmarkt verzeichnete laut ACEA trotz geopolitischer Gegenwinde ein positives erstes Halbjahr 2026.
Das Wachstum in den Segmenten Transporter und Lkw spiegelt eine Erholung von einem niedrigen Ausgangsniveau wider. Das Bussegment verzeichnete ein besonders starkes Wachstum. Elektrofahrzeuge gewannen zwar weiter an Marktanteilen, die Verbreitung bleibt jedoch hinter dem erforderlichen Tempo zurück. Dies ist auf unzureichende Rahmenbedingungen, insbesondere in den Segmenten der schwereren Fahrzeuge, zurückzuführen.
Die Neuzulassungen von Transportern in der EU stiegen um 1,9 % auf 742.759 Einheiten. Das Wachstum in den vier größten Märkten verlief jedoch uneinheitlich: Spanien verzeichnete einen soliden Anstieg (+7,9 %), während die Zulassungen in Deutschland (-4,6 %), Italien (-4,7 %) und Frankreich (-2,1 %) zurückgingen.
Auch die Neuzulassungen von Lkw in der EU stiegen um 9,8 % auf insgesamt 171.933 Einheiten. Dieses Wachstum wurde durch die starke Nachfrage nach schweren Lkw (+11,1 %) sowie einen Anstieg der Zulassungen von mittelschweren Lkw um 2,8 % getragen. Unter den wichtigsten Märkten verzeichneten Polen (+25,9 %) und Spanien (+13,2 %) die stärksten Zuwächse, wobei auch Deutschland einen Beitrag leistete (+7,1 %). Im Gegensatz dazu blieb der französische Markt im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 relativ stabil.
Die Neuzulassungen von Bussen in der EU stiegen um 22,7 % auf 22.590 Einheiten. Italien verzeichnete unter den größten Märkten das stärkste Wachstum (+51,6 %), gefolgt von Deutschland und Frankreich (beide +21,6 %). Spanien war der einzige große Markt, der einen Rückgang verzeichnete (-8,5 %), während Polen einen bemerkenswerten Anstieg von 78,0 % verbuchte und damit zum viertgrößten Busmarkt der EU aufstieg.
Entwicklung der Antriebsarten
Transporter in der EU, obwohl die Zulassungen um 1,8 % auf 587.272 Einheiten zurückgingen und der Marktanteil von 82 % im ersten Halbjahr 2025 auf 79,1 % sank. Elektrisch aufladbare Transporter legten hingegen um 41,6 % zu und erreichten einen Marktanteil von 13,2 %. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber den 9,5 % im ersten Halbjahr 2025. Benzinmodelle verzeichneten einen Rückgang um 21,2 %, wodurch sich ihr Marktanteil auf 3,8 % verringerte (zuvor betrug er 4,9 %). Die Zulassungen von Hybrid-Lieferwagen stiegen um 31,7 %, ihr Marktanteil betrug jedoch nur 3,3 %.
Im ersten Halbjahr 2026 behielt Diesel seine Dominanz auf dem Lkw-Markt bei. Diesel-Lkw machten 92,1 % der Neuzulassungen in der EU aus, was einem Anstieg von 9,3 % seit Jahresbeginn entspricht. Elektrisch aufladbare Lkw legten um 47,7 % zu und sicherten sich 4,8 % des Marktes (im ersten Halbjahr 2025 waren es 3,6 %). Deutschland (+88,5 %), die Niederlande (+44,5 %) und Frankreich (+43,7 %) trieben dieses Wachstum voran und machten zusammen 74 % aller Zulassungen von elektrisch aufladbaren Lkw in der EU aus.
Die Neuzulassungen von elektrisch aufladbaren Bussen stiegen in der EU um 56,8 %, ihr Marktanteil stieg dabei von 21,6 % auf 27,7 %. Italien, mittlerweile der größte Busmarkt der EU, führte dieses Wachstum mit einer mehr als vierfachen Steigerung der Zulassungen an. Die Zulassungen von Dieselbussen stiegen um 11 % und hielten einen Marktanteil von 58,2 %. Darüber hinaus stiegen die Zulassungen von Hybrid-Elektrobussen um 10,7 % und machen nun 6,1 % des Marktes aus. (jr)
