Niulinx: Italienisches AD-Start-up erhält 38 Millionen Euro

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Niulinx, ein Spin-off des Politecnico di Milano, hat eine Finanzierungsrunde über 38 Millionen Euro abgeschlossen. Dies ist die bislang größte italienische Investition im Bereich fortschrittlicher autonomer Fahrtechnologien und zukunftsweisender Mobilitätslösungen. Die Lead-Investoren A2A und CDP Venture Capital steuerten jeweils 10 Millionen Euro bei. Weitere Beteiligte an der Finanzierungsrunde waren AFL, die Gruppo Ferrovie dello Stato Italiane, Pirelli, VC Partners SGR, MOST – Centro Nazionale per la Mobilità Sostenibile, die Fondazione ICO Falck sowie einzelne internationale Investoren.

Während es in den Vereinigten Staaten und China bereits mehrere Akteure gibt, hat Europa noch keinen kontinentalen Marktführer im Segment des autonomen Fahrens hervorgebracht. Niulinx wurde gegründet, um diese Lücke zu schließen – jedoch nicht durch die Nachahmung des amerikanischen Modells, sondern durch die Entwicklung eines europäischen industriellen Ansatzes, der sich an regulatorischen Vorgaben orientiert, kapitaleffizient ist und darauf ausgelegt ist, durch ein Franchising-Modell mit lokalen Betreibern zu skalieren.

Niulinx entwickelt den gesamten Technologie-Stack, der das autonome Fahren ermöglicht: von der Umgebungswahrnehmung bis zur Routenplanung, von der Fahrzeugsteuerung bis zum Flotten-Fernmanagement.

Die zugrundeliegende Technologie stammt aus der Forschungsgruppe AIDA (Artificial Intelligence Driving Autonomous) am Politecnico di Milano und wird von Professor Sergio Matteo Savaresi koordiniert. Der Zulassungsprozess für autonome Fahrzeuge in Europa ist bereits im Gange. Ein Pilotprojekt in Brescia ist bereits auf der Straße. Niulinx geht nicht von einer Idee aus, sondern von der Validierung in der Praxis. Im Jahr 2025 brachte das Pilotprojekt der Gruppo A2A, des Politecnico di Milano und des MOST eine aus der Forschung hervorgegangene autonome Fahrtechnologie auf die Straßen von Brescia, um ein in Europa einzigartiges innovatives Carsharing-Modell zu ermöglichen. Die Elektrofahrzeuge fahren den Nutzer selbstständig an, ermöglichen das manuelle Fahren bis zum Zielort und fahren anschließend zu einer drahtlosen Ladestation oder zum nächsten Kunden weiter. Dieses Projekt bildet die technologische und industrielle Grundlage des Unternehmens.

Die Investition in Höhe von 38 Millionen Euro soll das Wachstum von Niulinx in drei Bereichen finanzieren: die Fertigstellung der autonomen Fahrplattform, den europäischen Zulassungsprozess und die Erweiterung des Teams auf über 100 Ingenieure und Datenwissenschaftler. Darüber hinaus ist die Einführung des Franchising-Modells mit lokalen Betreibern in wichtigen europäischen Märkten geplant, beginnend mit Deutschland. (jr)

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