Auf Autobahnen ermöglichen etablierte Assistenzsysteme bereits entspanntes Reisen. Mit dem Level-2-ADAS-System MB.DRIVE ASSIST PRO von Mercedes-Benz wird diese Unterstützung nun auf die gesamte Navigationsroute (Point-to-Point) erweitert. Das System assistiert beispielsweise beim Verlassen der Autobahn und bei der Fahrt durch den dichten Stadtverkehr. Bei aktiver Mercedes-Benz-Navigation schaltet man die Funktion per Tastendruck am Lenkrad ein. Spurwechsel, das Einfädeln auf die richtige Fahrspur, das Abbiegen an Kreuzungen sowie das Bremsen und Anfahren an Ampeln werden so deutlich einfacher. Die Kontrolle und Verantwortung für das Fahrzeug verbleiben jedoch jederzeit beim Fahrer.
Das System nutzt 27 Sensoren, darunter zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Diese liefern Rohdaten an einen Hochleistungsrechner, der bis zu 254 TOPs verarbeiten kann. MB.DRIVE ASSIST PRO kombiniert das Mercedes-Benz-Betriebssystem MB.OS mit der NVIDIA-Hyperion-In-Vehicle-Computing- und Sensorarchitektur, dem Halo-Full-Stack-Sicherheitssystem sowie der Alpamayo-Stack-Software, um erweiterte Fahrassistenz zu ermöglichen.
Von der Erweiterung profitieren zunächst Fahrer, die in München oder Stuttgart unterwegs sind. Für diese Städte plant der Autobauer, das System Ende 2026 vorab an den Start zu bringen – für ausgewählte Kundinnen und Kunden, deren Fahrzeuge bereits mit der nötigen Hardware ausgestattet sind und die mittels gesonderter Kommunikation kontaktiert werden. Für diese Kundinnen und Kunden wird das System via Over-the-Air (OTA) freigeschaltet. Die dabei gesammelten Kundenerfahrungen sollen in die kontinuierliche Verbesserung einfließen und später der gesamten Fahrzeugflotte bereitgestellt werden.
Damit wird Mercedes-Benz nach eigenen Angaben der erste Automobilhersteller sein, der ein solches System neben China und den USA auch in Deutschland anbietet. Die Verfügbarkeit ist modellabhängig und wird schrittweise auf das gesamte Pkw- und Van-Produktportfolio von Mercedes-Benz ausgerollt. Interessenten können die Funktion im Rahmen eines kostenlosen Probemonats ausprobieren, sofern ihr Mercedes über die nötige Ausstattung verfügt.
Laut der US-Plattform Car and Driver soll eine Dreijahreslizenz für die Nutzung des Systems in den USA 3.950 US-Dollar kosten. Darüber hinaus soll die Technik auch im Rahmen eines monatlichen Abonnements angeboten werden. Zu den Nutzungspreisen in Deutschland hat sich Mercedes-Benz noch nicht geäußert. (jr)
