Die Elektronikdistribution in Deutschland hat das zweite Quartal 2026 mit einem Umsatz von 1,0 Milliarden Euro abgeschlossen und damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 25,5 Prozent zugelegt. Wie der Fachverband Bauelemente Distribution (FBDi) mitteilt, entwickelte sich vor allem der Auftragseingang außerordentlich dynamisch. Er stieg um 113,3 Prozent und ließ das Book-to-Bill-Verhältnis auf 1,54 anwachsen.
Größter Wachstumstreiber blieb das Halbleitergeschäft. Der Umsatz erhöhte sich um 29,9 Prozent auf 642,4 Millionen Euro, während der Auftragseingang auf 1,1 Milliarden Euro kletterte. Daraus ergibt sich ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,74. Besonders dynamisch entwickelte sich das Memory-Segment: Der Umsatz stieg um 232,1 Prozent auf 151 Millionen Euro, der Auftragseingang legte um 751 Prozent auf 373,6 Millionen Euro zu. Nach Einschätzung des FBDi sind dafür vor allem die weltweit hohe Nachfrage nach KI-Hardware, knappe Fertigungskapazitäten und steigende Speicherpreise verantwortlich.
Der Verband mahnt jedoch zur Vorsicht bei der Bewertung der Marktentwicklung. Das starke Wachstum sei nicht allein auf eine höhere Endkundennachfrage zurückzuführen, sondern werde auch durch Preissteigerungen, Verfügbarkeitsrisiken und strategischen Lageraufbau gestützt. (oe)
