Elektrofahrzeuge stehen weiterhin vor technischen Herausforderungen bei Ladezeit und Reichweite. Ein Ansatz zur Verbesserung sind Hochvolt-Antriebssysteme mit Spannungen deutlich oberhalb der heute verbreiteten 800-Volt-Architektur. An der Fachhochschule Dortmund wird dazu im Rahmen des EU-Forschungsprojekts ODYSSEV gearbeitet.
ODYSSEV („Optimised DYnamics of High-Voltage Powertrains: Developing Sustainable Systems for Electric Vehicles“) untersucht den Einsatz von Hochvolt-Technologien in elektrischen Antrieben und zielt auf die Entwicklung geeigneter Systemarchitekturen sowie sicherer technischer Standards. Das auf 42 Monate angelegte Projekt wird über Horizon Europe im Rahmen der 2ZERO Partnership gefördert und startete Anfang 2026 mit einem Kick-off am CIRCE Institute in Saragossa.
Mit steigenden Systemspannungen über 1000 Volt wachsen die Anforderungen an Isolation, Leistungshalbleiter und thermisches Management. Klassische Silizium-Halbleiter stoßen dabei an physikalische Grenzen, während Batterien hohe Ladeleistungen ohne kritische Temperaturanstiege verarbeiten müssen. Das Projekt adressiert diese Fragestellungen entlang der gesamten Entwicklungskette – von neuen Halbleitertechnologien über Leistungsmodule bis zur Integration in On-Board-Ladegeräte und Traktionswechselrichter.
Insgesamt sind 14 Forschungs- und Industriepartner aus acht europäischen Ländern beteiligt, darunter das University College London, die Universität Bremen, das KTH Royal Institute of Technology sowie Mitsubishi Electric Europe und ZF Friedrichshafen. Die Fachhochschule Dortmund verantwortet das Arbeitspaket Systemarchitektur. Ziel ist die Entwicklung eines skalierbaren Hochvolt-Antriebssystems, bestehend aus Elektromotor, rekonfigurierbarem Batteriepaket und angepasster Leistungselektronik. (oe)
